Anders schön!?

Neue Ausstellung im Pädagogischen Institut

Was ist schön? – dazu wird kontinuierlich und quer durch die Disziplinen geforscht, denn Körper, Aussehen, Haare und ins besondere Moden und Trends bestimmen ganz wesentlich einen oberflächlichen Blick und bieten für Musik, Kunst, Design und Mode stete Inspiration.

Jedoch schließen sich bei der Thematik zugleich Fragestellungen in Bezug auf einheitliche Schönheitsideale und einen Schönheitswahn an, der Körper und Idealmaße allgegenwärtig macht – und auch den Alltag und die Entwicklung von jungen Menschen weitreichend beeinflusst.

Kann man sich im Kontext dauerpräsenter virtueller »Sichtbarkeit« inzwischen noch dem eigenen präsentablen Auftritt entziehen? Anything goes oder doch gleichförmige Bilder und Ideale von Äußerlichkeiten, die in Form von Likes and Re-Tweets als Währung auf dem Markt der Eitelkeiten wirken? Aus diesen Betrachtungen heraus ergeben sich dann auch Konsequenzen für das individuelle Wohlsein bzw. werden Ausschlussmechanismen offensichtlich, die sich zunehmend im analogen wie im virtuellen Leben auswirken. Wie weit beherrscht uns demnach das Spiel um »ewige« Jugend, physische Unversehrtheit und mentale Leistungsfähigkeit? Und was, wenn das eine gültige »Gardemaß« nicht erreicht wird und die Abweichung von der Norm (welcher denn?) das soziale Leben einschränkt?

Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich Auszubildende der Städtischen Berufsschule für Schönheitspflege ausgehend von ihren Arbeitsinhalten und täglichen Erfahrungen zum Umgang mit Aussehen und Ausstrahlung. In Workshops und Projekttagen geht es um äußerliche Vielfalt, um das Aufspüren des individuellen »Looks« und die Sensibilisierung für Geschlechterrollen bzw. deren Überschreitung und Neuformulierung.

In der Ausstellung präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse zur Auseinandersetzung mit Einheits-(Körper-)maßen, spiegeln Selbst- und Fremdwahrnehmungen und stellen Fremdbestimmung ausgehend von (Schönheits-)Industrie und Trendsetting in Frage. »Anders schön!?« ist daher ein Plädoyer für Selbstbehauptung und Wertschätzung abseits von idealtypischer Konfektionierung und eine Aufforderung zu kritischer Reflexion und Diskussion.