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Depression und reduzierte Leistungs­fähigkeit in der Schule

Fast jeder kann sich etwas unter dem Stichwort Depression vorstellen; vielleicht hat man selber schon einmal eine depressive Verstimmung durchlebt. Schwierige Lebensumstände, Veränderungen im Leben, große Herausforderungen oder Leistungsdruck können die psychischen Kräfte von Schülerinnen und Schülern verringern. Manchmal kommt es aus unterschiedlichen Gründen zu einem allgemeinen Leistungsabfall und diffusen körperlichen Beschwerden, Appetitverlust und Schlafstörungen. Diese Phase kann einfach von alleine vorbei gehen, doch sie kann auch anhalten und lebensbestimmend oder sogar lebensbedrohlich werden. Das wirkt sich dann auch auf den Lebensbereich Schule aus. Statistisch erkrankt jeder Fünfte einmal im Leben an einer Depression.

Je früher Hilfe und Beratung – auch an Schulen – angeboten werden, desto wahrscheinlicher kann eine Wiedererkrankung verhindert werden. Betroffene Schülerinnen und Schüler oder deren Eltern können sich an Beratungsfachkräfte ihrer Schule wenden oder einen persönlichen Termin beim Zentralen Schulpsychologischen Dienst vereinbaren.

Wann kann eine Depression auftreten?
Eine Depression kann in jedem Alter auftreten, auch schon bei Kindern. Etwa 1-5% der Kinder und ca. 3-9% der Jugendlichen sind betroffen. Im Kindesalter gibt es keine Geschlechtsunterschiede, ab der Pubertät leiden Mädchen häufiger unter einer Depression im Vergleich zu Jungen. Rund 8% der Erwachsenen sind an einer depressiven Störung erkrankt.

Was sind typische Anzeichen?
Die Anzeichen können sehr unterschiedlich sein, was auch mit dem Alter der Person zusammenhängt. Jüngere Kinder können eventuell noch nicht ausführlicher über ihre Gefühle sprechen, sie sind vielleicht einfach gereizter, überanhänglich, teilnahmslos, spielen wenig oder weinen oft. Bei älteren Schülerinnen und Schülern kann sich die Depression durch Zukunftsängste, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit oder auch Leistungsabfall in der Schule zeigen.

Dauern die Beschwerden zwei Wochen oder länger an, sollte man sich Hilfe holen (ggf. auch schon früher).

Häufig wird eine Depression nicht erkannt, weil die Pubertät als Ursache für Veränderungen und Schwierigkeiten vermutet wird oder weil andere Probleme stärker im Vordergrund stehen, bspw. Aggression, Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Ängste oder auch Alkohol- und Drogenprobleme. Bei Jugendlichen wird zudem die Pubertät als Ursache für Veränderungen und Schwierigkeiten angenommen.

„Was kann ich gegen eine Depression tun?“ – Hilfreiches für Schülerinnen und Schüler
Depressionen sind häufig verbunden mit negativen Gedanken wie z.B. „Ich kann gar nichts“ oder „Mir ist alles egal“. Je früher eine Depression erkannt wird, umso schneller kann das Leiden der Person gemildert werden, was bei Schülerinnen und Schülern auch einen positiven Einfluss auf ihre Konzentration und ihre Schulleistungen hat.

Ein erster Schritt kann sein, einen Termin bei einer Schulpsychologin bzw. einem Schulpsychologen zu vereinbaren. Beratungsangebote findet man auf der Homepage der eigenen Schule oder beim Zentralen Schulpsychologischen Dienst.

Informationen für Eltern
Die Ursachen für die Depression ihres Kindes können sehr vielfältig sein. Sowohl negative Gedanken und emotionale Schwierigkeiten als auch biologische und familiäre Faktoren können eine Rolle spielen. Ein erstes Gespräch mit dem/r Haus- bzw. Kinderarzt/-ärztin kann hilfreich sein zur Abklärung von körperlichen und psychischen Symptomen. Um eine möglichst passende Unterstützung für betroffene Schülerinnen und Schüler in die Wege leiten zu können, ist es wichtig, dass Erziehungsberechtigte und Schule zusammen arbeiten. Neben Lehrkräften und Schulleitungen sind Schulpsychologinnen und Schulpsychologen Ansprechpartner zur Beratung und Unterstützung bei diesem Thema. Eltern können sich auch direkt an den Zentralen Schulpsychologischen Dienst wenden.

Bestätigt sich bei dem Kind oder Jugendlichen der Verdacht einer Depression, sollte eine fachärztliche Diagnostik erfolgen und eine angemessene Behandlung angestrebt werden.

Suizidale Äußerungen sollte man nie ignorieren oder aus eigener Angst übergehen, sondern immer sensibel nachfragen. Bei Verdacht auf akute Suizidgefährdung ist eine unmittelbare Abklärung durch psychiatrische Fachpersonen erforderlich. Man sollte sofort die nächstgelegene Klinik aufsuchen, den Krisendienst Psychiatrie kontaktieren oder den Rettungsdienst kommen lassen.

Informationen für Lehrkräfte
Für einen depressiven Menschen kann es hilfreich sein, wenn Sie:

  • Verständnis für seine Situation und seine Gefühle zeigen.
  • ihn in seiner Erkrankung ernst nehmen, ohne zu dramatisieren.
  • ihm vermitteln, dass Hilfe möglich ist, ohne gut gemeinte Ratschläge zu geben.

Lehrkräfte und Schulpsychologinnen bzw. Schulpsychologen sollten versuchen, die betroffenen Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern zu motivieren und dabei zu unterstützen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und z.B. einen Facharzt/-ärztin für Psychiatrie oder eine/n Psychologischen Psychotherapeuten bzw. –therapeutin zur weiteren diagnostischen Abklärung aufzusuchen. Sie sollten nicht in die Rolle der Therapeutin oder des Therapeuten geraten.

Suizidale Äußerungen sollte man nie ignorieren oder aus eigener Angst übergehen, sondern immer sensibel nachfragen. Bei Verdacht auf akute Suizidgefährdung ist eine unmittelbare Abklärung durch psychiatrische Fachpersonen erforderlich. Man sollte sofort die nächstgelegene Klinik aufsuchen, den Krisendienst Psychiatrie kontaktieren oder den Rettungsdienst kommen lassen.

Gerne können Sie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zentralen Schulpsychologischen Dienstes besprechen, wie sie betroffene Schülerinnen und Schüler bzw. deren Eltern in eine Beratung vermitteln können.

Zentraler Schulpsychologischer Dienst – Kontakt

Goethestraße 12
80336 München
Telefon: 089 233-66500
Fax: 089 233-66509
E-Mail: schulpsychologie[at]muenchen.de

Auf der Kontakt-Seite finden Sie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs Zentraler schulpsychologischer Dienst.