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Zusatzqualifikation zur*zum feministischen Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstrainer*in

Selbstbehauptung als Lebenskompetenz: Zusatzqualifikation – feministische, intersektionale Selbstbehauptungstrainer*in

Die Zahlen sprechen noch immer eine klare Sprache: Geschlechtsspezifische Gewalt bleibt ein strukturelles Problem. Gewaltprävention und Gleichstellung sind gerade deshalb zentrale Aufgaben des Bildungssystems. Doch wie vermittelt man Kindern und Jugendlichen die Fähigkeit, sich in einer komplexen Welt zu behaupten – ohne in Klischees oder vereinfachte Lösungen zu verfallen? Die Zusatzqualifikation zur*zum Selbstbehauptungstrainer*in für Mädchen*, junge Frauen* und zur*zum Selbstbehauptungstrainer*in Jungen*, junge Männer* setzt ebendort an.

Sie geht weit über sportlich, kampfsportorientierte Selbstverteidigungskurse hinaus. Wir verstehen Selbstbehauptung als Lebenskompetenz und somit als praxisorientierte Hilfestellung, eigene Grenzen frühzeitig zu erkennen, zu setzen und auch zu verteidigen, ohne dabei die Grenzen anderer zu ignorieren.

Die Zusatzqualifikation vermittelt nicht nur praktische Techniken – von Körpersprache über Stimmtraining bis hin zu Rollenspielen –, sondern auch faktenbasiertes Methodenwissen. Hierzu zählen:

  • intersektionale Perspektiven auf Geschlecht und Gewalt,
  • rechtliche Rahmenbedingungen (Notwehrrecht, Gewaltschutzgesetze),
  • Traumapädagogik und Krisenintervention,
  • geschlechterreflektierte Pädagogik, die Stereotype dekonstruiert und Empowerment fördert.

Ablauf der Zusatzqualifikation

Auftakt bildet eine zweistündige Informationsveranstaltung. Bitte berücksichtigen Sie: Die Teilnahme an dieser und ein einseitiges Motivationsschreiben sind die Voraussetzungen für die erfolgreiche Aufnahme. Die Weiterbildung ist für interne Teilnehmer*innen kostenfrei und der Eigenbetrag für externe Teilnehmer*innen beläuft sich auf 1920,00 Euro.

Die Zusatzqualifikation umfasst insgesamt 16 Tage. Es ist nicht möglich, sich nur für einzelne Tage anzumelden. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 22 Personen beschränkt. Für die spätere Tätigkeit als Trainer*in an Schulen ist der Nachweis eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses und eines Masernschutzes Pflicht.

Die Zusatzqualifikation besteht aus einer zweitägigen Einführung, aus der Inhaltsvertiefung und angeleiteten Praxisübungen (13 Tage) und einer Abschlussprüfung (1 Tag). In einzelnen Modulen werden praxisnahe Qualifikationen zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt und Förderung von Gleichstellung vermittelt. Im Fokus stehen:

1. Theoretische Grundlagen

  • strukturelle Gewalt & patriarchale Machtstrukturen
  • Geschlecht und geschlechtliche Vielfalt aus intersektionaler Perspektive
  • gesellschaftliche Rollenzuschreibungen (z. B. männliche*/weibliche* Sozialisation)
  • Formen geschlechtsspezifischer Gewalt (sexistische Diskriminierung, Täter*- und Opferzuschreibungen)
  • rechtliche Rahmenbedingungen:
    • Notwehr- und Nothilferecht
    • Sexualstrafrecht, Gewaltschutzgesetze
    • Kinder-/Jugendschutz

2. Praktische Kompetenzen

  • Selbstwahrnehmung & Gefühle verstehen
  • Konsenskultur lernen (Grenzen erkennen, vertreten und respektieren)
  • Körpersprache & Stimme einsetzen (z. B. Schreiübungen)
  • Selbstbehauptungsstrategien in Rollenspielen
  • körperliche Selbstverteidigungstechniken
  • Krisenintervention & Traumaarbeit

3. Pädagogische Ziele

  • Empowerment: Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl
  • Handlungsfähigkeit erweitern (z. B. in vulnerablen Situationen)
  • Zivilcourage & solidarisches Verhalten fördern
  • Grenzen setzen und akzeptieren (auch bei Zurückweisung)

Bewerbungen von Personen mit internationaler Biografie, People of Color und Menschen mit Behinderung sind ausdrücklich erwünscht.

Über die Voraussetzungen einer Teilnahme informieren Sie sich bitte hier: pizkb.sobi.rbs@muenchen.de

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