Pädagogisches Institut
lachende kinder international, mit daumen hoch im kreis, foto: istock, globalstock

Zusatzqualifikation „Schule der Vielfalt“

Interkulturalität – Diversität – Antidiskriminierung

Bei mehr als der Hälfte der Münchner Kinder und Jugendlichen spielt Migration in der Familiengeschichte eine wichtige Rolle. Für Münchner Kinder und Jugendliche ist es zu einer Selbstverständlichkeit geworden, mit Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten, mit vielfältigen Lebens-geschichten, Migrations-, Sprach- und Glaubenserfahrungen zu leben, zu lernen und zu spielen. Vielfalt macht ihren Lebensalltag aus – in der Familie, in der Kita, in der Schule, in der Freizeit. Zeitgemäße Schulen gestalten Unterricht und das Schulleben entsprechend diversitätsbewusst und diskriminierungskritisch.

»Schule der Vielfalt« unterstützt Lehrkräfte und Schulen dabei, Vielfalt als Chance zu sehen, Schule und Unterricht entsprechend differenz-, macht- und kontextsensibel zu gestalten und dabei Diskriminierung auf individueller und institutioneller Ebene entgegenzuwirken, um so den Ansprüchen einer von Vielfalt geprägten Stadtgesellschaft gerecht zu werden.

VORAUSSETZUNGEN / UMFANG

Es nehmen immer mindestens zwei, im Idealfall drei bis vier Lehrkräfte einer Schule teil. Der Umfang der Zusatzqualifikation beträgt ca. 18,5 Tage (verteilt über mindestens zwei Jahre).

BAUSTEINE DER ZUSATZQUALIFIKATION

BASISMODULE: Grundlagen
Im ersten Jahr führen die Basismodule (B) in Grundlagen einer vorurteilsbewussten und diskriminierungskritischen Migrationspädagogik ein. Dabei sind auch Differenzlinien wie Geschlecht, Sozialstatus, Alter etc. mit im Blick und die Aspekte Macht und Diskriminierung werden nicht ausklammert.

  • B1: Anti-Bias – Auseinandersetzung mit den Themen Macht und Diskriminierung auf der Grundlage eigener Erfahrungen mit Vielfalt und sozialer Ungleichheit.
  • B2: Interkulturelle Verständigung – Kritische Auseinandersetzung mit Begriffen wie „Kultur“ und „Interkulturelle Kompetenz“ sowie Handlungsorientierungen für die „interkulturelle Verständigung“.
  • B3: Rassismuskritik – Auseinandersetzung mit der Geschichte und Wirkungsweise von Alltagsrassismus, ausgehend von Prägungen, die durch die die Sozialisation in einer ‚weißen‘ Mehrheitsgesellschaft bedingt sind

PRAXISMODULE: Schwerpunkte / Wahlbereich
Im zweiten Jahr wird die Reihe mit Praxismodulen zur Gestaltung des Schulalltags weitergeführt.
Die Teilnehmenden wählen mindestens drei Module aus den Schwerpunkten:

  • C1: Sprache(n) / Mehrsprachigkeit – Möglichkeiten, Schüler_innen in ihrer sprachlichen bzw. mehrsprachigen Identität zu unterstützen und zu stärken.
  • C2: Elternbeteiligung – Handlungsperspektiven für eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern.
  • C3: Beratung und Vernetzung – Kennenlernen von Angeboten und Anlaufstellen, die bei der Beratung/ Unterstützung von Eltern und Schüler_innen wichtige Partner sind.
  • C4: Team- und Schulentwicklung – Konzepte, Methoden und Werkzeuge zur vielfaltsbewussten und diskriminierungskritischen Weiterentwicklung von Schule im Sinne von Inklusion und Bildungsgerechtigkeit.

Im Wahlbereich (D) stehen Veranstaltungen aus dem vielfältigen Programm des Pädagogischen Instituts zur Auswahl, etwa zu Unterrichtsgestaltung, Schulprojekten, Internationalem Austausch, Genderpädagogik, Politischer Bildung oder Globalem Lernen.

ABSCHLUSS/ UMSETZUNG
Die Qualifikationsreihe findet ihren Abschluss in einer Abschlussarbeit/ Projektskizze, in der die Teilnehmenden an einem Beispiel Möglichkeiten aufzeigen, wie das Erlernte an der Schule umgesetzt werden kann – als Auftakt und Beitrag zu einem umfassenderen Schulentwicklungsprozess.

BEGLEITUNG der Teams und Schulen
Nach Abschluss der Zusatzqualifikation werden die Teilnehmenden durch Angebote zur kollegialen Beratung und zu Fachgesprächen mit Expert_innen im Schulalltag weiter begleitet. Städtische Schulen können auch schulinterne Fortbildungen zu Themen der Zusatzqualifikation buchen.

Seit dem Start 2013 haben 19 Münchner Schulen mit 49 Lehrkräften (Teams von 2-4 pro Schule) am Programm „Schule der Vielfalt“ teilgenommen. 2019 beginnt die vierte Runde der Weiterbildungsreihe mit weiteren Schulen und Lehrkräften.

INFORMATION / ANMELDUNG / KONTAKT

Mit Fragen und Anregungen können Sie sich gerne an uns wenden

Politische Bildung – Kontakt

Leitung:
Michael Schneider-Velho
Ledererstr. 19, 2. Stock, Zi. 23
80331 München
Telefon: 089 233-32105
Fax: 089 233-32189
E-Mail: m.schneidervelho[at]muenchen.de

Seminarorganisation
Dorothea Zistl
Ledererstr. 19, 2. Stock, 80331 München
Tel. 089 233-32103, Fax 089 233-32189
E-Mail: dorothea.zistl[at]muenchen.de

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