Pädagogisches Institut
Zwei historische Bilder: Bau und Einweihung des Pädagogischen Instituts
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Geschichte des Pädagogischen Instituts

1945 wird Anton Fingerle auf Vorschlag des amtierenden Oberbürgermeister Dr. Scharnagel von der amerikanischen Besatzungsmacht zum 1. Münchner Stadtschulrat ernannt. In seiner Amtszeit, die bis 1976 dauern sollte, werden wesentliche Grundstrukturen des städtischen Bildungswesens entwickelt.

1947 führen Verhandlungen zwischen ihm und den zuständigen amerikanischen Dienststellen zur Gründung des „Education Service Centers“ im Amerikahaus in der Sophienstraße. Hier entsteht ein Ort für pädagogische Gespräche, Erziehungs- und Lehrkräfte werden über das internationale Bildungswesen informiert, sie erhalten Unterrichtsmaterialien, können sich dort fortbilden: Die Idee für ein „Haus der Pädagogik“ hat dort ihren Ursprung.

Ab 1952 unter deutscher Verwaltung, wird die „Pädagogische Arbeitsstätte e.V.“ von Stadtschulrat Anton Fingerle neu begründet. Arbeitsschwerpunkte sind u.a Probleme beim Schulanfang, beim Übertritt auf weiterführende Schulen und beim Eintritt in das Berufsleben. Mit der bundesweit ersten Einrichtung dieser Art ist München bildungspolitisch wegweisend.
Bald werden die Räume in der Sophienstraße zu eng, und auf dem Grund der städtischen Handelsschule in der Herrnstraße 19 wird ein neues Gebäude errichtet.

1957 wird die Baugenehmigung erteilt, und nach dem Stadtratsbeschluss vom 3.12.1958 kann bereits am 23.12.1959 das Richtfest gefeiert werden. Im folgenden Jahr erfolgt schließlich die feierliche Eröffnung des neuen Hauses.

Die rapide Ausweitung der Fortbildungsmaßnahmen ab Mitte der 60er Jahre führt schließlich zu der Überlegung, die Planung, Organisation und Durchführung all dieser Angebote unter dem Dach einer eigenen Dienststelle zu koordinieren.

Am 25. Juni 1969 wird dem Schulausschuss des Münchner Stadtrats in einer nichtöffentlichen Sitzung von Stadtschulrat Anton Fingerle eine Studie über das „Pädagogische Institut München“ vorgetragen, das aber in den bisher von der Pädagogischen Arbeitsstätte e.V genutzten Räumen in der Herrnstraße 19 verbleiben sollte.
Am 2. Juli 1969 erfolgt die Zustimmung des Stadtrats, und das „Pädagogische Institut München / Schulreferat“ nimmt am 1. September 1969 seine Arbeit auf. Ab 1972 finden zusätzlich erste Qualifizierungsmaßnahmen für Pädagoginnen und Pädagogen in Achatswies, dem Bildungshaus des Pädagogischen Institut statt.
Die Zahl der Teilnehmenden steigt in den folgenden Jahren deutlich an. Waren es 1969 noch ca. 1302 Erziehungs- und Lehrkräfte, sind es in den 80er Jahren bereits über 10.000.

Die 90er Jahre sind geprägt von grundlegenden pädagogischen Innovationen, die sich in neuen Arbeitsschwerpunkten widerspiegeln. Von 1992 – 1994 werden zentrale Querschnittsaufgaben der Gender-Pädagogik, des Globalen Lernens, der Sucht- und Gewaltprävention sowie des interkulturellen Lernens nach und nach im Rahmen der Pädagogischen Dienste organisiert. Neben den klassischen Schwerpunkten der Lehrerfortbildung treten auch die Belange der vorschulischen Pädagogik immer stärker in den Fokus der Arbeit am Pädagogischen Institut. So werden die Konzeptentwicklung und Profilbildung sowie die Qualitätssicherung- und Entwicklung (QSE) für städtische Kindertageseinrichtungen ein weiterer Programmschwerpunkt.
1997 wird das Pädagogische Institut mit den Dienststellen Schulpsychologischer Dienst / Schul- und Bildungsberatung, Stadtbildstelle und Internationaler Lehrer- und Schüleraustausch unter dem Namen Pädagogisches Institut / Fortbildung, Weiterbildung und Entwicklung der Bildungseinrichtungen (PI/FWE) zusammengeführt.

Im Jahr 2009 erfolgt mit der Entscheidung des Stadtrats über die Reorganisation des Pädagogischen Instituts eine wesentliche Weichenstellung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Hauses.