Wie schafft man Bildungsgerechtigkeit in einer vielfältigen Stadt wie München? Die Moosacher Grundschulen geben darauf eine klare Antwort: Durch Zusammenarbeit, Dialog – und mehrsprachige Informationsangebote. Beim gemeinsamen Elternabend am Campus Gerastraße konnten sich die Drittklass-Eltern von sechs Grundschulen in acht Sprachen über das Bayerische Schulsystem informieren. Organisiert wurde der Abend vom Mobilen Bildungsmanagement der Landeshauptstadt München gemeinsam mit Schulen und Partnerinstitutionen.
Das Format baut auf einem erfolgreichen Pilotprojekt von 2025 auf und wurde mit Blick auf die bessere Zielgruppenerreichung weiterentwickelt. Ehrenamtliche Dolmetscher*innen aus der Münchner Servicestelle BildungsBrückenBauen unterstützten in Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Farsi, Kroatisch und Türkisch, zusätzlich gab es einen Workshop mit „Bildungsberatung international“ auf Englisch. So konnten auch Eltern, die sich aufgrund sprachlicher Barrieren sonst nicht beteiligen können, Fragen stellen, mitdiskutieren und Sicherheit gewinnen.
Nach einem kompakten Überblick durch Beratungslehrkraft Elke Gerner zu Schularten und Übergängen ging es in Kleingruppen weiter – persönlich, niedrigschwellig und dialogorientiert. Ein Highlight waren die Beiträge von Schüler*innen aus der Mittelschule Leipziger Str. und dem Gymnasium Moosach, die offen von ihren eigenen Erfahrungen beim Übertritt berichteten. Ihre Perspektiven machten Bildungswege greifbar und bauten Berührungsängste ab.
Der Abend zeigte eindrucksvoll: Bildungserfolg beginnt nicht erst im Klassenzimmer, sondern fängt bei der Einbindung der Familien an. Gerade in einem vielfältigen Stadtteil ist individuelle Ansprache entscheidend. Nur so wächst Vertrauen – und damit die Grundlage für gelingende Bildungsbiografien und gesellschaftliche Teilhabe. Das durchweg positive Feedback bestätigte die Organisator*innen in ihrem Ansatz und motiviert alle Beteiligten, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
Sabine Beham, Schulleiterin an der Grundschule am Amphionpark: „Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Schulen und Eltern ist. Durch das Workshopformat und die offene Fragerunde im zweiten Teil konnten wir gerade die Eltern ansprechen, die wir sonst nur schwer für solche Informationsabende gewinnen können. Dadurch schaffen wir eine super Grundlage für den weiteren Bildungsweg der Kinder.“
Patricia Sugic, Schülerin an der Mittelschule Leipzigerstraße: „Es war total spannend, den Eltern von den Erfahrungen zu erzählen, die wir beim Übertritt gemacht haben. Ich fand es toll, dass so viele Eltern Fragen gestellt haben und wirklich wissen wollten, wie es bei uns an der Mittelschule läuft. Ich hoffe, wir konnten ihnen ein besseres Bild von dieser Schulform vermitteln.“
Alina Ivanova, Mobile Bildungsmanagerin: „Dieser Elternabend war ein großer Erfolg und ich danke allen, die ihn ermöglicht haben. Grundlage ist die kontinuierliche, enge Zusammenarbeit der ansässigen Schulen im Rahmen der Runden Tische. Sehr wertvoll war zudem die Kooperation mit dem Fachbereich Bildungsberatung des Pädagogischen Instituts – Zentrum für kommunales Bildungsmanagement, ebenso wie die Mitwirkung der Schüler*innen aus den weiterführenden Schulen.“
Fotoquelle: Referat für Bildung und Sport/Amelie Niederbuchner
Text: Referat für Bildung und Sport