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Bildung für Neuzugewanderte

Aktuelles

Fachveranstaltung „Bildung gemeinsam gestalten – Stärkung der Bildungsbeteiligung zugewanderter Familien“

Unter dem Titel „Bildung gemeinsam gestalten – Stärkung der Bildungsbeteiligung zugewanderter Familien“ hat am 21.05.2026 im Kulturzentrum GOROD in München eine Fachveranstaltung stattgefunden, die die Zusammenarbeit von Familie und Schule in den Mittelpunkt stellte. Bildung könne „nur gemeinsam gelingen“, betonte Moderatorin Sarah Bergh-Bieling zu Beginn und verwies auf Eltern und Erziehungsberechtigte mit Migrationserfahrung als „unverzichtbare Partner*innen im Bildungsprozess“, die als Expert*innen ihrer Lebenswelt systematisch einbezogen werden müssten. Ein wissenschaftlicher Impuls, vier Workshops und eine Podiumsdiskussion boten Raum für Austausch zwischen Fachpraxis, Wissenschaft, Migrant*innenorganisationen und Elterninitiativen.

Unter dem Titel „Bildung gemeinsam gestalten – Stärkung der Bildungsbeteiligung zugewanderter Familien“ diskutierten Fachpraxis, Wissenschaft und Elterninitiativen im Kulturzentrum GOROD, wie Bildungsbeteiligung inklusiver gestaltet werden kann. Ein Impulsvortrag, vier Workshops und eine Podiumsdiskussion beleuchteten Herausforderungen und konkrete Handlungsansätze in der Zusammenarbeit von Eltern und Schule.

Moderatorin Sarah Bergh-Bieling vom Fachbereich Politische Bildung im Pädagogischen Institut – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement (PIZKB) begrüßte die Gäste im vollbesetzten Saal und im Livestream und beschrieb GOROD als einen „Begegnungsort, den man im Gedächtnis behalten sollte“.

Franziska Messerschmidt, Leitung des Kommunalen Bildungsmanagement, machte in ihrem Grußwort deutlich: „Eltern wollen für ihre Kinder immer nur das Beste – und wenn sie dafür Unterstützung brauchen, sind wir als Bildungsverwaltung gefordert, diese bereitzustellen.“ Mit Blick auf ungleiche Bildungschancen mahnte sie, die Vielfalt der Münchner Schüler*innenschaft als Normalität schulischer Entwicklung zu begreifen und Heterogenität nicht als Zusatzaufgabe zu betrachten.

Aufzeichnung Impulsvortrag “Zusammenarbeit von Eltern und Schule neu denken”:

Aufzeichnung der Podiumsdiskussion:

Das vollständige Programm finden Sie zum Herunterladen hier.

 

Bildergalerie

 

Impulsvortrag: Zusammenarbeit von Eltern und Schule neu denken

Den inhaltlichen Einstieg gestaltete Katjuscha von Werthern, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Hildesheim. Unter dem Titel „Bildung in der Einwanderungsgesellschaft gemeinsam gestalten“ zeigte sie auf, dass Familie als „erster und wichtigster Bildungsort“ großen Einfluss auf schulisches Lernen hat, während Studien zugleich die enge Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland belegen. Daraus folge, dass das elterliche Erziehungsrecht und der staatliche Bildungsauftrag, die im Grundgesetz „gleichrangig“ angelegt sind, nur im Sinne eines „sinnvoll aufeinander bezogenen Zusammenwirkens“ eingelöst werden könnten.

Von Werthern problematisierte gängige Defizitzuschreibungen gegenüber Eltern mit Migrationsgeschichte und sprach von „dubiosen Konstrukten“, wenn etwa von „schwer erreichbaren“ oder „bildungsfernen“ Eltern die Rede ist. „Wir müssen uns ehrlich fragen: Sind es wirklich schwer erreichbare Eltern – oder ist manchmal die Schule schwer erreichbar?“, formulierte sie mit Blick auf institutionelle Barrieren, Sprache und Kommunikationsformen. Entscheidend sei, Elternbilder kritisch zu reflektieren, Vertrauen aufzubauen und Formate gemeinsam mit Eltern zu entwickeln, die an deren Ressourcen ansetzen – statt sie nur als Problemgruppe zu adressieren.

Präsentation Impulsvortrag Katjuscha von Werthern

Workshop 1: Diversitätsbewusste und diskriminierungskritische Elternbeteiligung

Dr. Zeynep Sezgin Radandt, Projektleiterin „PartEl“, stellv. Geschäftsführerin, Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt)

Dr. Zeynep Sezgin Radandt vom Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung und Teilhabe (bbt) stellte das Projekt PartEl vor, das seit 2023 die Partizipation von Eltern aus Drittstaaten an schulischen Elterngremien stärkt. Dabei wurden zentrale Aspekte wie Zuschreibungen, Barrieren, Diskriminierung sowie die Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Teilhabe betrachtet.

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, wie Eltern mit Migrationsgeschichte das Bildungssystem erleben und welche Bedingungen ihre Beteiligung fördern oder erschweren. Deutlich wurde ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen den Erwartungen von Institutionen und den Lebensrealitäten von Eltern. Während Schulen häufig von „schwer erreichbaren Eltern“ oder mangelndem Interesse sprechen, erleben Eltern das Bildungssystem oft als komplex und wenig transparent. Hinzu kommen institutionelle Zuschreibungen und Diskriminierungserfahrungen, die vielfach über den Schulkontext hinausreichen.

Ein zentrales Thema war die Reflexion von Haltungen, Erwartungen und Vorannahmen gegenüber Eltern mit Migrationsgeschichte. Die Teilnehmenden diskutierten, wie implizite und explizite Zuschreibungen Eltern als kompetent oder weniger kompetent markieren und die Zusammenarbeit beeinflussen können. Betont wurde die Notwendigkeit, Eltern als gleichwertige Akteur*innen im Bildungssystem anzuerkennen und Vertrauen als Grundlage gelingender Bildungs- und Erziehungspartnerschaften zu stärken.

In den Arbeitsgruppen wurden strukturelle Barrieren sowie Fragen der Kommunikation, Mehrsprachigkeit und Beteiligung bearbeitet. Als Hindernisse wurden unter anderem ausschließlich deutschsprachige Elterninformationen, fehlende Übersetzungen, mangelnde Transparenz über schulische Erwartungen, unterschiedliche Erwartungshaltungen sowie bestehende Machtgefälle zwischen Institutionen und Eltern benannt. Zudem wurde deutlich, dass viele kleine Ausschlusserfahrungen in ihrer Summe erhebliche Auswirkungen auf Zugehörigkeitsgefühl, Vertrauen und Teilhabe entfalten können.

Als zentrale Erkenntnis wurde ein Perspektivwechsel hervorgehoben: Weg von der Frage nach „schwer erreichbaren Eltern“ hin zur Frage, wie zugänglich und offen Institutionen selbst gestaltet sind. Teilhabe beginnt demnach mit einer ressourcenorientierten Haltung, die Mehrsprachigkeit und unterschiedliche Erfahrungen von Familien als Stärke anerkennt. Als wichtige Ansatzpunkte wurden eine verständliche und transparente Kommunikation, diskriminierungskritische Reflexion im Team, flexible und niedrigschwellige Beteiligungsformate, die aktive Ansprache aller Eltern sowie die Zusammenarbeit mit Migrant*innenorganisationen benannt.

Impulse und Konzepte zur diversitätsbewussten Elternbeteiligung finden Sie in den Publikationen des Bundeselternnetzwerks. https://www.bundeselternnetzwerk.de/publikationen/konzepte/

Workshop 2: Elterncafés: Chancen und Herausforderungen eines niedrigschwelligen Bildungsformats

Dr. Alexei Medvedev, Bereichsleitung Schulentwicklung, KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V., Hamburg

Dr. Alexei Medvedev (KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung / Universität Hamburg) präsentierte Ergebnisse seiner Studie zu schulischen Elterncafés (SEC) in Hamburg. Er zeigte auf, dass SEC seit den 2010er Jahren als niedrigschwellige Orte des Wohlbefindens, der Reflexion, der Emanzipation und des Lernens etabliert wurden – und doch an strukturelle Grenzen stoßen. So hänge die Teilnahme bestimmter Elterngruppen maßgeblich davon ab, wie das Angebot von außen wahrgenommen werde: als Angebot für Frauen, für Migrantinnen oder für weiße Eltern mit Deutsch als Erstsprache. Auch die sprachlich-ethnische Zusammensetzung des Personals spiele eine entscheidende Rolle – gemischte Teams erwiesen sich als zielführender. Besonders kritisch beleuchtete er das „Zielgruppendilemma”: Elterncafés erreichen vor allem die formal gebildete Mittelschicht, während die als schwer erreichbar geltenden Eltern häufig ausbleiben. Auf die von den Workshopteilnehmenden adressierte Schwierigkeit, genügend Menschen zu den Treffen zu bewegen, antwortete Medvedev mit einer einfachen Idee: „Drehen Sie den Spieß um und bringen Sie das Elterncafé zu den Leuten, zum Beispiel indem Sie sich an einen Elternabend andocken, wo ohnehin viele Teilnehmende zu erwarten sind.“

Presentation_Elterncafé_München_2026_Medvedev

Workshop 3: Übergang Schule-Beruf: Ressourcen- und empowermentorientierte Begleitung von Eltern und Jugendlichen

Sonia Ango, Mathilda Legitimus-Schleicher, MORGEN e.V. / Projekt BEST – Bilde, Entwickle und Stärke dein Talent

Nach einer Projektvorstellung von BEST und einem Bericht über die Aktivitäten der letzten zwei Jahre mit Fokus auf der Arbeit mit Familien aus verschiedenen migrantischen Communities, folgte eine kurze Einführung in das Thema des Workshops. In einem offenen und vertrauensvollen Rahmen haben sich die Teilnehmenden intensiv mit den Herausforderungen befasst, mit denen migrierte Familien im Alltag konfrontiert sind. Dabei wurden unter anderem Themen wie Sprache, Kommunikation, Zugänge zu Angeboten, Intersektionalität, Belastungen im Familienalltag sowie unterschiedliche Erwartungen an Institutionen und Fachkräfte besprochen. Schnell war man sich einig, dass viele Herausforderungen für neuzugewanderte Familien auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Durch die Auseinandersetzung mit konkreten Beispielen wurde deutlich, wie vielfältig die Lebensrealitäten von Familien mit Migrationsgeschichte sind und wie wichtig ein differenzierter Blick auf ihre Situation ist.

Ein zentraler Bestandteil des Workshops war, wie bestimmte Verhaltensweisen, Reaktionen oder Entscheidungswege von Familien aus Sicht der Institutionen wahrgenommen werden und wie sie sich aus der Sicht der Familien selbst darstellen können. Dieser Perspektivwechsel führte zu einer tieferen Sensibilität für mögliche Missverständnisse, Unsicherheiten und strukturelle Hürden im Kontakt zwischen Bildungseinrichtungen, Behörden, Institutionen und Familien.

Im Austausch wurde außerdem deutlich, welche Bedeutung eine migrationssensible Haltung in der Zusammenarbeit mit Familien hat. Die Teilnehmenden erarbeiteten, dass eine wertschätzende Kommunikation, Geduld, Klarheit und das Einbeziehen individueller Lebenslagen wichtige Voraussetzungen für gelingende Beziehungen sind. Gleichzeitig wurde reflektiert, wie institutionelle Strukturen so gestaltet werden können, dass sie Familien mit unterschiedlichen Hintergründen besser erreichen und unterstützen. Hier wurde der Impuls aus der Keynote aufgegriffen und überlegt was Institutionen und auch Unterstützungsangebote schwer zugänglich macht, zumal es viele dieser Angebote gibt. Es wurde festgehalten, dass es Ressourcen für die Zusammenarbeit und eine Auslagerung durch leicht zugängliche Angebote mit einer Verschränkung zur Schule braucht.

Insgesamt bot der Workshop einen geschützten Raum für Reflexion, Sensibilisierung, sowie Gedankenaustausch über Realitäten und Chancengleichheit. Die Teilnehmenden nahmen konkrete Impulse für ihre Praxis mit und zeigten großes Interesse daran, die eigene Rolle im Kontakt mit migrierten Familien weiter zu hinterfragen und zu schärfen. Der Workshop leistete damit einen wichtigen Beitrag dazu, Verständnis, Handlungssicherheit und eine diversitätssensible Haltung in der unverzichtbaren Zusammenarbeit mit migrantischen Communities und Netzwerken zu fördern.

Präsentation Projekt BEST

Workshop 4: Exklusionsmechanismen am Beispiel geflüchteter Rom*nja aus der Ukraine – Folgen und Herausforderungen für die Praxis

Dr. Kristin Kastner, Netzwerkkoordination Sinti / Roma und EU-Zuwanderung der LH München, Tamara Chitina, Johann Mettbach, Madhouse gGmbH

Dieser Workshop widmete sich den unterschiedlichen Formen von Diskriminierung und ihren Folgen für die Bildungsteilhabe von geflüchteten ukrainischen Rom*nja. Nach einem Einblick in die Lebensrealitäten von Rom*nja in der Ukraine und in Deutschland stellte die Beratungsstelle Madhouse das Projekt „Geflüchtete Roma Familien aus der Ukraine“ vor. Im Rahmen eines communityorientierten Ansatzes begleiten Mediator*innen die Familien vor allem im schulischen Kontext und sensibilisieren zugleich pädagogische Fachkräfte. Ziel des Workshops war ein besseres Verständnis für mehrfach diskriminierte Gruppen und damit verbunden das gemeinsame Erarbeiten von Wegen hin zu einer ernstgemeinten Teilhabe im Sinne einer Maßnahme ausgleichender Gerechtigkeit.

Präsentation

Podiumsdiskussion

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Marta Berendsen (Äthiopische Eltern Kind Initiative), Katjuscha von Werthern und Dr. Alexei Medvedev ging es um die Frage, wie echte Mitbestimmung von Eltern aussehen kann. „Schule ist nicht nur Lernort, sondern auch der Ort, an dem Kinder lernen, ob sie dazugehören“, sagte Marta Berendsen mit Blick auf Rassismuserfahrungen von Kindern und forderte, diese ernst zu nehmen. Von Werthern warnte vor „Pseudopartizipation“, bei der Eltern zwar sprechen, aber keinen Einfluss haben, während Medvedev betonte: „Wir leben im Schulsystem mit einem geteilten Bildungs  und Erziehungsauftrag – da gibt es für mich gar keine Alternative zur Mitbestimmung.“

Zum Abschluss wurde deutlich: Eine nachhaltige Stärkung der Bildungsbeteiligung zugewanderter Familien braucht diskriminierungskritische Strukturen und die konsequente Anerkennung von Eltern als Expert*innen ihrer Lebenswelt. Beteiligung, so von Werthern, brauche „Raum, Stimme, Gehör und Einfluss“ – fehle der Einfluss, bleibe Partizipation eine leere Hülle.

Moderation: Sarah Berg-Bieling

 

 

Bildungsteilhabe für alle – München stärken

Zuwanderung prägt seit jeher die Stadtgesellschaft in München. Die Landeshauptstadt setzte sich früh für die systematische Koordinierung und Weiterentwicklung der Bildungsangebote für Geflüchtete und Neuzugewanderte ein. Eine wichtige Grundlage bildete aktuell der Gesamtplan zur Integration von Geflüchteten, der 2016 vom Oberbürgermeister Dieter Reiter initiiert wurde und im Dezember 2019 abgeschlossen wurde. Im Bildungsbereich wurde das Projekt „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (2016-2020). Die aufgebauten Strukturen wurden dauerhaft verankert und ermöglichen bis heute abgestimmtes Handeln sowie schnelle Reaktionen auf neue Herausforderungen, etwa im Zusammenhang mit globalen Krisen. Viele weitere Akteur*innen in der Verwaltung und in der Stadtgesellschaft engagieren sich im Themenfeld Neuzuwanderung und Migration. Die enge Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Verwaltung bildet hier eine unverzichtbare Grundlage.

Gerade in dynamischen Situationen wie bei neuen Fluchtbewegungen sind abgestimmte Steuerung, Vernetzung und belastbare Entscheidungsgrundlagen erforderlich. In solchen Phasen geht es darum, kurzfristig handlungsfähig zu sein und gleichzeitig nachhaltige Lösungen für bestehende Regelstrukturen zu entwickeln. 

Weitere Informationen, Materialien, Fortbildungs- und Beratungsmöglichkeiten, die sich auf den Umgang mit Folgen von Krieg und globalen Krisen beziehen, finden Sie auch hier.

Unser Purpose:

Zur Herstellung von Bildungsgerechtigkeit nutzen wir das Datenbasierte Kommunale Bildungsmanagement, damit

  • Geflüchtete, Neuzugewanderte und Migrant*innen bedarfsgerechte Bildungsangebote erhalten und Bildungsverläufe erfolgreich gemeistert werden können,
  • Kinder und Jugendliche bei den Übergängen bestmögliche Unterstützungsangebote erhalten können und
  • die kommunale Bildungslandschaften gemeinsam mit / von den Akteur*innen zielgruppengerecht gestaltet werden kann.
 

Themenbereiche und Aufgaben

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Bildungszugänge und Bildungsübergänge von neuzugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Gerade beim Eintritt in das Schulsystem oder bei verschiedenen Übergängen zeigen sich besondere Herausforderungen. Gleichzeitig betrachten wir Bildung nicht isoliert. Bildungsfragen werden im Zusammenhang mit weiteren Themen wie Diversität, Antidiskriminierung, Partizipation, Wohnen, Arbeit, etc. gedacht und bearbeitet. Mithilfe von Daten, fachlichen Analysen und enger Abstimmung zwischen Verwaltung, staatlichen Stellen und weiteren Akteur*innen schaffen wir belastbare Entscheidungsgrundlagen für Verwaltung und Politik.

Bildungsteilhabe von Neuzugewanderten (U16)

Die Vielzahl der Beschulungsmodelle für neu zugewanderte Schüler*innen bereichert die Münchner Bildungslandschaft, stellt aber zugewanderte Familien vor eine große Herausforderung. Zur Unterstützung dieser Familien, zur Entlastung der Lehrkräfte und somit zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Bildungsteilhabe werden folgende strukturelle, konzeptionell-inhaltliche und organisatorische Maßnahmen umgesetzt: (1) Etablierung der Netzwerke, Gremien der Beteiligten (pädagogische Praktiker*innen, bildungspolitische Akteur*innen, Forscher*innen), (2) Entwicklung und Standardisierung eines gemeinsamen Aufnahmeverfahrens, das eine fundierte Entscheidungsgrundlage über den Bildungsweg der Schüler*innen darstellt, und (3) von sechs Schulen gemeinsam durchgeführt wird.

Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte

Inhalt wird aktualisiert

Aufbau Bildungsportal für Neuzugewanderte (BMBFSJ-Projekt Bildungskommunen)

Mit einer digitalen Lösung soll ein attraktives, niederschwelliges Angebot geschaffen werden, das Neuzugewanderte unterstützt, Bildungsangebote und Ansprechpartner*innen einfacher zu finden. Das Ziel: Schnellere und frustrationsfreie Zugänge, Förderung einer nachhaltigen Teilhabe und damit höhere Bildungsgerechtigkeit und höhere Chancengleichheit. Um eine bedarfsgerechte Entwicklung zu gewährleisten, wurde die Zielgruppe von Anfang an in die Entwicklung mit einbezogen. Das vom BMBFSFJ und vom Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt läuft seit Juni 2024 für 4 Jahre.

Datenbasierung und Analyse von Entwicklungen und Bedarfen

Wir nutzen Daten, wissenschaftliche Methoden und aktuelle Forschungsergebnisse, um Entwicklungen und Bedarfe im Bildungsbereich im Kontext von Zuwanderung und Migration fundiert einzuordnen. Durch Analysen, Erhebungen und Evaluationen werden Herausforderungen und Bedarfe im Bereich Neuzuwanderung und Bildung sichtbar gemacht. Die kontinuierliche Beobachtung dieser Entwicklungen schafft eine fundierte Grundlage für Entscheidungen in Verwaltung, Politik und weiteren relevanten Stellen. Mehr zum Bildungsmonitoring im Bereich Neuzugewanderte und Übergangsmanagement finden Sie hier: https://www.pi-muenchen.de/profil/wir-ueber-uns/stabsstelle-kommunales-bildungsmanagement/kommunales-bildungsmonitoring/

Veranstaltungen

Fachveranstaltung „Bildung gemeinsam gestalten – Stärkung der Bildungsbeteiligung zugewanderter Familien“ am Donnerstag, den 21.5.26, von 13 bis 17:30 Uhr im Kulturzentrum GOROD, Arnulfstraße 197, 80634 München.

Weitere Informationen siehe oben auf dieser Webseite.

 

Informationen für Erziehungs- und Lehrkräfte, sozialpädagogisches Fachpersonal sowie Ehrenamtliche

Beratung und Förderung

Die KITA-Elternberatungsstelle informiert zu den Münchner Betreuungsangeboten in Kinderkrippen, Kindergärten, Häusern für Kinder, Eltern-Kind-Initiativen und Angeboten des Sozialreferates. Bei Bedarf unterstützt sie auch bei der Anmeldung im kita finder+.

Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) stellt den Elternbrief zum Thema Sprachentwicklung und Sprachförderung in der Familie in über 20 Sprachen zur Verfügung.

Die Bildungsberatung International berät mehrsprachig zu allen Fragen rund um Bildung (Schule, Ausbildung, Studium, Fort- und Weiterbildung).

Das Staatliche Schulamt in der Landeshauptstadt München informiert und unterstützt auf vielfältige Weise. Die Fachberater*innen Migration beraten u. a. zu Fragen nach geeignetem Unterrichtsmaterial, zur Unterrichtsgestaltung und -organisation sowie zu möglichen Übertritten und Schulabschlüssen.

Das Integrationsberatungszentrum (IBZ) Sprache und Beruf berät Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung ab 16 Jahren über Möglichkeiten der Beschulung, Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung.

Auf der Seite des JiBB – Junge Menschen in Bildung und Beruf gibt einen Überblick über Förderangebote zur beruflichen Integration für Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre, inklusive besonderer Angebote für Geflüchtete bzw. Neuzugewanderte.

Das Büro für Rückkehrhilfen unterstützt Menschen, die in ihre Heimat zurückkehren möchten. Das Angebot richtet sich an in München lebenden Migrantinnen und Migranten, Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus, EU-Bürger (sofern Bedürftigkeit vorliegt).

Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) und die Jugendmigrationsdienste (JMD) beraten und unterstützen bei der Integration. Der kostenlose Flyer “Lassen Sie sich beraten” stellt die Beratungsangebote von MBE und JMD vor. Der Flyer liegt inzwischen auch in 27 Fremdsprachen vor und kann unter diesem Link heruntergeladen oder bestellt werden. Außerdem gibt es eine neue Version des Flyers in Leichter Sprache.

Hilfreiche Materialien für Fachkräfte

Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) stellt Anregungen, Hilfestellungen und Materialien für die Beschulung von zugewanderten Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Daneben gibt es auch Materialien zur Beschulung Geflüchteter an Berufsschulen.

Das Themenportal Berufssprache Deutsch bietet viele Unterrichtsmaterialien für Berufsintegrationsklassen.

Kompetenz Interkulturell bietet Informationen und Unterstützung für alle (v. a. Lehrkräfte), die Anregungen für den positiven Umgang mit kultureller und sprachlicher Vielfalt an den Schulen suchen.

Die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP Dillingen) hat auf dem Portal “Zweitspracherwerb und Sprachförderung“ die rechtlichen Grundlagen zu den Bereichen Schulrecht, Ausländerrecht und Asylverfahren übersichtlich zusammengestellt.

Auch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus bietet Lehrkräften Hilfen für den Unterricht und die Integration von jungen Flüchtlingen und Asylbewerbern.

Mit dem fächerübergreifenden Unterrichtsmaterial Bildungsaufbruch gestalten kann der Themenbereich „Sinti und Roma“ in den Unterricht integriert werden.

Eine Übersicht über Unterrichtsmaterialen für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) bieten das Bündnis DaF/DaZ-Lehkräfte als auch die Onlineplattform lernox.

Vielfältige Unterrichtsmaterialien und Hintergrundinformationen zum Thema Migration und Integration stellt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bereit.

Die kostenlosen E-Learning Kurse der Augeo Foundation unterstützen Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit geflüchteten,  traumatisierten Kindern und Jugendlichen arbeiten. Es wird sowohl theoretisches Wissen zu Trauma und Flucht vermittelt, als auch praktisches Handlungswissen anhand von Alltagssituationen eingeübt.

Hilfreiche Materialien für Zugewanderte

Der Flyer “Besondere Beschulungsmodelle für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in München (Sekundarstufe I)” bietet einen strukturierten Überblick über die Beschulungsmöglichkeiten neu zugewanderter Schüler*innen ohne und mit Deutschkenntnisse(n) an städtischen und staatlichen Schulen in München.

Der kostenlose Münchner Bildungsbegleiter – Schritt für Schritt in Bildung und Arbeit dient als Orientierungs- und Dokumentationshilfe. Er soll Neuzugewanderten den Zugang zu Bildungsangeboten erleichtern.

Die “SchlaU-Lernboxen” der SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik richten sich an Neuzugewanderte und Jugendliche / junge Erwachsene mit Fluchterfahrungen.

Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) bietet auf seinem vhs-Lernportal digitale Kurse für Alphabetisierung und Grundbildung sowie für Deutsch als Zweitsprache an.

Die freie Lernplattform Serlo bietet Kurse, Lernvideos und Übungsaufgaben mit Musterlösungen für Schülerinnen und Schüler als auch für Studierende. Speziell für Neuzugewanderte gibt es eine Alphabetisierungs-App, die eine selbstständige, intuitive und personalisierte Aneignung des lateinischen Alphabetes ermöglicht und gleichzeitig sprachliche Handlungskompetenzen vermittelt. 

Ehrenamt

Die Servicestelle BildungsBrückenBauen unterstützt mit ehrenamtlichen Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern die Kommunikation zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen und an Schulen.

BrückenBauen bietet Interkulturelle Eltern-Workshops für Kitas, Schulen, Nachbarschaftstreffs und Helferkreise an. Das Angebot ist an Eltern mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund gerichtet, deren Kinder vor dem Wechsel zur Grundschule beziehungsweise zur weiterführenden Schule stehen.

Über die zentrale Flüchtlingshilfe-Plattform Willkommen-in-München können Münchner Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine oder Institutionen ihr Unterstützungsangebot für Geflüchtete einbringen und sich mit anderen Ehrenamtlichen vernetzen.

MORGEN e.V. unterstützt Migrantenorganisationen in München und Umgebung mit Seminaren, Qualifizierungsmaßnahmen, individueller Beratung und Kontaktvermittlung. Ziel ist, Teilhabe und Engagement von Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu stärken.

Sonstige Programme, Projekte und Maßnahmen

Die Münchner Stadtbibliothek bietet Geflüchteten und Neuzugewanderten ein vielfältiges Angebot (u. a. Sprachcafés und Lerntreffs). Der Bibliotheksausweis ist für Asylbewerberinnen und Asylbewerber kostenlos.

Das Museumspädagogische Zentrum (MPZ) bietet spezielle Programme für Deutschklassen an Grund- und Mittelschulen und für Berufsintegrationsklassen (BIK) der Berufsschulen an.

Das Goethe-Institut e.V. bietet Geflüchteten, die Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache suchen und kostenfrei Deutsch üben wollen, eine Vielzahl von Sprachlernangeboten.

Stabsstelle Kommunales Bildungsmanagement – Kontakt

Auf der Kontakt-Seite finden Sie die Kontaktdaten aller Mitarbeiter*innen.