Pädagogisches Institut

Prüfungsangst

In Prüfungssituationen aufgeregt zu sein ist normal. Ein mittleres Maß an Erregung spornt zur Prüfungsvorbereitung an und kann zu besserer Leistung verhelfen. Manchmal jedoch wird aus der normalen „Aufregung“ eine übermächtige Angst, die bereits in der Vorbereitungszeit auf eine Prüfung und in der Prüfung selbst blockiert. Ängsten kann mit Hilfe von schulpsychologischer Beratung entgegen gewirkt werden.

Hilfreich ist es, wenn sich betroffene Schülerinnen und Schüler oder deren Eltern frühzeitig an Beratungsfachkräfte Ihrer Schule wenden oder einen persönlichen Termin beim Zentralen Schulpsychologischen Dienst vereinbaren.

Was kann ich gegen Prüfungsangst tun? Hilfreiches für prüfungsängstliche Schülerinnen und Schüler

Prüfungsängste sind häufig verbunden mit einem „Teufelskreis“ aus negativen Gedanken wie z.B. „ich schaffe es nicht“, körperlicher Erregung, Unkonzentriertheit, ungünstiger Prüfungsvorbereitung, Misserfolgen und damit einhergehendem Selbstwertverlust und Vermeidungsverhalten. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Beratung kann helfen, sorgenvolle Gedanken zu verringern, sich selbst zu beruhigen und die eigene Vorbereitung zu erleichtern. Manchmal können kleine Veränderungen große Wirkung erzielen.

Frühzeitig einen Termin bei einer Schulpsychologinnen bzw. einem Schulpsychologen zu vereinbaren ist ein erster Schritt. Beratung findet man auf der Homepage der eigenen Schule oder beim Zentralen Schulpsychologischen Dienst.

Informationen für Eltern
Die Ursachen für die Leistungsängstlichkeit Ihres Kindes können sehr vielfältig sein. Achten Sie darauf, was die Ängste Ihres Kindes bei Ihnen selbst auslösen, und versuchen sie dabei unaufgeregt zu bleiben. Signalisieren Sie Vertrauen in die Fähigkeiten Ihres Kindes. Ermuntern Sie ihr Kind, in die Schule zu gehen („Du schaffst das.“) und bleiben Sie selbst ruhig und zuversichtlich. Vermeidungsverhalten führt kurzfristig zu einer Erleichterung, trägt aber langfristig dazu bei, dass die Ängste Ihres Kindes bestehen bleiben. Sprechen Sie mit den Lehrkräften. Vielleicht wissen die Lehrkräfte Ihres Kindes gar nichts von den Ängsten und tragen unabsichtlich zu deren Verstärkung bei. Möglicherweise fehlen Ihrem Kind auch gute Lernstrategien oder das schulische Lernen fällt schwer.
Psychologisches Fachpersonal kann Sie beraten und abklären, ob zusätzliche Diagnostik oder Unterstützung (z.B. Verhaltenstherapie) für Ihr Kind hilfreich und sinnvoll ist.

Eltern können sich an Schulpsychologinnen bzw. Schulpsychologen der städtischen Schulen Münchens oder direkt an den Zentralen Schulpsychologischen Dienst wenden.

Informationen für Lehrkräfte
Prüfungen und Noten gehören fest zu unserem Schulsystem. Leichtes Herzklopfen vor oder während einer Prüfung ist normal. Allerdings reagieren manche Schülerinnen und Schüler in Prüfungssituationen mit starken Angstgefühlen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und individuell unterschiedlich – beispielsweise können auch frühere Misserfolgserfahrungen oder mangelndes Wissen über Lern- und Prüfungsstrategien eine Rolle spielen. Lehrkräfte, die durch ihren Unterrichtsstil oder entsprechende Äußerungen Druck ausüben, können unabsichtlich eine Rolle spielen. Auslösende oder verstärkende Faktoren können aber auch das Verhalten von Mitschülerinnen bzw. Mitschülern untereinander und der soziale Vergleich sein. Angstsymptome wie z.B. Schlafstörungen und Übelkeit im Vorfeld der Prüfung oder Vermeidungsverhalten können auftreten. Die Folge sind schlechte Schulleistungen, die nicht die eigentlichen Fähigkeiten der Schülerin bzw. des Schülers darstellen.

Ein positives Lernklima in der Klasse kann zur Vorbeugung von Ängsten beitragen. Besprechen Sie im Kollegium den Einsatz von maßvollem Lob zur Steigerung des Selbstwerts der Betroffenen. Im Vorfeld von Prüfungen können Informationen und gezielte Übungsaufgaben Sicherheit vermitteln. In der Prüfungssituation erleichtern „Eisbrecher-Aufgaben“ den Einstieg. Zudem sollten negative Prüfungsergebnisse individuell und nicht im Klassenverband besprochen werden. Manchmal können kleine Veränderungen in der Prüfungssituation (z.B. das Erlauben von Ritualen, oder das Gewähren von Pausen im Bedarfsfall) viel verändern. Milde bei den Leistungsanforderungen ist nicht hilfreich, wohl aber Unterstützung bei der Veränderung der Bedingungen von Prüfungssituationen.
In der Rolle der bewertenden Person ist es häufig nicht hilfreich Ratschläge zu geben. Binden Sie die Kollegin bzw. den Kollegen der Schulpsychologie oder eine andere Beratungsfachkraft mit ein. Gerne können Sie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zentralen Schulpsychologischen Diensts besprechen, wie Sie betroffene Schülerinnen und Schüler bzw. deren Eltern in eine Beratung vermitteln können.

*Mach Dich schlau

Zentraler Schulpsychologischer Dienst – Kontakt

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